Salzraumtherapie

Atemwegsinfektionen bei Pferden führen nicht selten zu einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung. Deutliche Symptome für die Besitzer sind schnelles Ermüden, Husten während der Bewegung oder der Fütterung sowie die deutliche Bauchatmung (Dampfrinne).
Zur Behandlung bieten sich Inhalationstherapien neben der klassischen Schulmedizin an.

Eine neue Art der Therapie ist die Behandlung in einem speziellen Salzraum, in dem der Patient Salzaerosol einatmet. Dieses entsteht, indem trockener Salzstaub mit Hilfe eines Generators gewonnen und in dem Raum ausgeschüttet wird. Es wird ein Klima mit einer Salzkonzentration von 0,5 - 12 mg/m³ Luft erzeugt, was einer Erhöhung um das fünf- bis achtfache gegenüber dem normalen Wert in der Umwelt entspricht.

Das auf 1 – 5 µm verdünnte Natursalz wird von dem Patienten eingeatmet und legt sich auf dessen Schleimhäute. Dadurch verbessern sich die Eigenschaften des Bronchialschleims, der durch die zusätzliche Stimulierung der Zilien, die sich in den Atemwegen befinden, leichter ausgehustet wird. Zudem reduziert es Bakterien und Pilze, wodurch sich die Zusammensetzung der Mikroorganismen der Lunge normalisiert.

Die Inhaltsstoffe des Salzes (neben Natriumchlorid sind dies Kalzium, Magnesium, Zink, Jod, Kalium, Brom und Fluor) werden über die Schleimhäute aufgenommen und haben einen positiven Effekt auf das Immunsystem. Es kommt zur Zunahme der alveolaren Makrophagen - Zellen, die Staubpartikel, Allergene und Mikroorganismen aufnehmen und abbauen. Sie übernehmen die Immunabwehr des Lungengewebes gegenüber Fremdpartikeln und fördern daher den Rückgang der Atemwegsentzündung.

Die Therapie erfolgt in einem speziell dafür gebauten Raum. Die Pferde werden einzeln oder zu zweit eingestallt. Je nach Bedarf dauert eine Therapie 30 bis 40 Minuten, bei der die Patientenbesitzer dabei sein können. Es ist sinnvoll, die Pferde anschließend leicht arbeiten zu lassen. Zur Initialbehandlung ist eine Therapie von 10 Tagen mit einer Behandlungseinheit pro Tag vorgesehen. Weitere Therapien zur Aufrechterhaltung der Lungenfunktion sind je nach Krankheitszustand zu erwägen.

Gründliche klinische Untersuchungen bestätigen, dass das Natursalzaerosol die Abwehrreaktion der Atemwege stimuliert, den Bronchialschleim löst und dessen Ausscheidung fördert. Zudem steigt die Immunkompetenz, und das Vorkommen von Schleimhautentzündungen wird gemindert.

In der Humanmedizin wird diese Therapie erfolgreich bei Hauterkrankungen eingesetzt. Durch das Salz auf der Haut werden Bakterien abgetötet. Bereits 10 bis 20 Minuten nach Beginn einer Therapie verringert sich das Vorkommen von Mikroorganismen auf ein kaum nachweisbares Niveau. Das Salzaerosol hat eine regenerierende und säubernde Wirkung auf Haut und Haare. Es stimuliert die Ionenkanäle der Hautzellen, verstärkt ihre elektrophysiologische Aktivität und damit den Schutzmechanismus der einzelnen Hautschichten.

Studien zur Behandlung von Hauterkrankungen (Ekzeme) bei Pferden werden zum jetzigen Zeitpunkt durchgeführt. Die bisherigen Ergebnisse verlaufen positiv.

 

 

Im Folgenden sehen Sie ein Video eines lungenerkrankten Pferdes.
Vor Therapiebeginn zeigte das Pferd die eingangs erwähnten Symptome. Deutlich zu erkennen die verstärkte Bauchatmung und die geblähten Nüstern aufgrund von Luftmangel.
Bei Therapieende zeigte das Pferd eine physiologische Atmung.

 

Eine ausführliche Broschüre zur Salzraumtherapie können Sie hier herunterladen.